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Quelle: MAZ online 04.02.2021: Spielstraße soll Kinder mehr schützen

Der Bauboom im Elsa-Brandström-Weg in Borkwalde ist nicht zu übersehen. Zu übersehen ist auch der Verkehr nicht, der seitdem zugenommen hat. Damit es ruhiger wird und die Kinder mehr geschützt werden, soll die Einbahnstraße zum verkehrsberuhigten Bereich werden.

Borkwalde: Viele junge Familien mit ihren Kindern verwirklichen sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden im Elsa-Brandström-Weg. In der Borkwalder Wohnsiedlung entstehen aktuell viele neue Häuser. Weil die Einbahnstraße sehr eng ist, es keine Gehwege gibt und der Verkehr aufgrund der vielen Baumaßnahmen zugenommen hat, wird der Elsa-Brandström-Weg zum verkehrsberuhigten Bereich.

„Es gibt Einwohner, die sich über den Baubetrieb und die vielen Autos beschwert haben“, sagt Egbert Eska, Borkwalder Bürgermeister. Obwohl ab der Zufahrt in den Selma-Lagerlöf-Ring für das gesamte Viertel die 30-Zone vorgeschrieben ist, halten sich nicht alle Autofahrer dran, berichtet der Ortschef weiter.

Spielende Kinder besser schützen

„Als wir die Geschwindigkeitsanzeige zeitweise installiert hatten, konnten wir beobachten, dass etwa 20 Prozent der Autofahrer sowohl einheimisch als auch fremde schneller gefahren sind, weil sie das 30er-Schild übersehen haben.“

Damit die spielenden Kinder besser geschützt sind und sich die Verkehrssituation in der Straße verbessert, werden zu Beginn der Einbahnstraße als auch zwischen der Kreuzung Elsa-Brandström-Weg und der kleinen Verbindungsstraße zum Olof-Palme-Ring Spielstraßen-Schilder aufgestellt.

„Meines Erachtens ist dann das Überprüfen von Geschwindigkeitsüberschreitungen in dieser Straße einfacher. Es muss nicht gelasert werden, um einen Verstoß nachzuweisen, da in der Spielstraße ohnehin nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf“, erklärt der ehrenamtliche Ortschef.

Doch es gibt noch ein Problem. Einige Hausbesitzer erschweren ungewollt die Sicht in der Straße, sagt Egbert Eska. „Viele haben zwischen Bordstein und ihrem Grundstück Hecken, Sträucher, Steine und Pflanzen gesetzt. Das erschwert zusätzlich die Sicht und behindert eventuelle Ausweichmöglichkeiten für Fußgänger. In der Gemeindevertretersitzung haben wir auch bereits darüber diskutiert.“

Dass der Elsa-Brandström-Weg zur Spielstraße wird, befürworten auch Susanne und Sebastian Weber. Das Ehepaar wohnt seit zehn Jahren in der Einbahnstraße und hat eine dreijährige Tochter sowie Zwillinge im Alter von sieben Jahren. „Wir haben den Vergleich, wie es vorher war. Der Verkehr in der Straße hat extrem zugenommen“, betonen beide. Selbst wenn der Lkw-Verkehr nach Fertigstellung der Häuser wieder weniger werden wird, rasen die Paketzusteller weiterhin durch die Straße, so ihre Befürchtung. „Kinder haben da keine Chance.“

Alle Anwohner, die Kinder haben und in der Straße wohnen, finden die Idee gut, dass der Elsa-Brandström-Weg zum verkehrsberuhigten Bereich wird, sagen die Webers. Ihre eigenen Kinder lassen sie mittlerweile ungern auf der Straße spielen, auch wenn sie es von früher noch kennen, sagen die Borkwalder. „Aber da war es ja noch viel ruhiger hier.“

An ihrem Gartenzaun steht nun ein orangefarbener Streetbuddy, der die Autofahrer vor spielenden Kindern warnen soll. Vor wenigen Wochen wurden im gesamten Ort zehn dieser farblich auffälligen Warnfiguren an Verkehrsschwerpunkten in Borkwalde aufgestellt.

„Wir haben gemerkt, dass seitdem der Streetbuddy hier steht, die Autofahrer mehr Rücksicht nehmen“, so die positive Bilanz des Ehepaares. Das Brücker Amt beauftragt nun das Straßenamt mit dem Aufstellen der zwei Spielstraßen-Schilder, so Egbert Eska.

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Von Johanna Uminski

Mit freundlicher Genehmigung von Johanna Uminski, Märkische Allgemeine

Artikel in Original-PDF der MAZ
Quelle: https://www.maz-online.de
Alle Fotos: Johanna Uminski

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